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Kein schöner Land
Die rechtsradikalen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen 1992
als aufrüttelndnes Theatererlebnis
Inhalt
Rostock-Lichtenhagen, 22. bis 25. August 1992. Tage die das gerade wiedervereinigte Deutschland veränderten.
„Deutschland den Deutschen“ -Rufe, ausländerfeindliche Parolen, Zusammenrottungen, Krawalle, Steinewerfer - und am Ende der fast gelungene Versuch, Häuser und die Menschen darin „abzufackeln“. Dazwischen hilflose Polizisten, abwiegelnde Politiker, fassungslose Deutsche, entsetzte Ausländer, beifallheischende Zuschauer, rechtsradikale Jugendliche, die stolz auf ihre Taten sind. Sogar Zehnjährige greifen zum Stein, angefeuert von ihren Eltern.
Wer erinnert sich nicht an die Fernsehbilder, die Berichterstattung und die nachfolgenden Diskussionen, die auf die bürgerkriegsähnlichen Zustände in Rostock-Lichtenhagen erfolgten? Mit den Pogromen von Rostock hat die Bundesrepublik sich verändert. Politiker und Polizei sahen tatenlos zu, wie die Konfrontation zwischen Einheimischen und Ausländern immer mehr eskalierte. Es traten offene, gewaltsame und rassistisch motivierte „Aktionen“ in einem Ausmaß zutage, die nach 1945 unbekannt und nicht vorstellbar waren. Der Rechtsstaat überließ den Gewalttätern das Feld. Aber auch die Medien müssen sich vorwerfen lassen, durch ihre Sensationsgier nicht unerheblich zur Mobilisierung der Gewalttäter und zur Eskalation der Situation beigetragen zu haben.
Die Rostocker Ereignisse spiegeln in ihrem Ablauf den bundesrepublikanischen Asylstreit wieder. Am Tage, als die ersten Steine auf die Lichtenhagener Ausländerunterkunft fliegen, vollzieht die SPD mit den Petersberger Beschlüssen ihre Wende in der Asylpolitik. Und als der Ausbruch an Hass längst alle vorhergehenden Ausschreitungen gegenüber Asylbewerbern überschritten haben, ist das für den damaligen Bundesinnenminister Seiters der letzte Beweis für die notwendige Gesetzesänderung. Schuld an der Katastrophe haben die Asylbewerber. Wenn deren „ungezügelter Strom“ nicht gestoppt wird, dann droht der „Staatsnotstand“ - so der damalige Bundeskanzler Kohl.
Auch zehn Jahre nach den Ereignissen ist das Thema nach wie vor von hoher Aktualität. Die skandalösen Umstände der Prozesse gegen die wenigen Randalierer, die überhaupt vor Gericht gestellt wurden, beherrschten wochenlang die Schlagzeilen. Fast täglich sind immer noch Übergriffe auf Ausländer zu verzeichnen.
Wie ist es in Hinsicht auf die rechte Gewaltbereitschaft nach der Wiedervereinigung und dem Mauerfall beschaffen? Hat sich seit Rostock-Lichtenhagen auch in Hinsicht auf die ost-west-deutsche Beziehung etwas verändert? Gibt es so etwas wie eine gesellschaftliche Verantwortung, die aus solchen Ereignissen resultiert?
Alles Fragen, die das Projekt „KEIN SCHÖNER LAND. Rostock-Lichtenhagen: Tage der Gewalt“ beinhaltet. Die Diskussion über Asylsuchende, die Ursachen rechtsextremistischer Gewalt und ihre Organisationsstruktur, die Berichterstattung in den Medien sowie die Denkstrukturen von jugendlichen Rechts-radikalen sind nach wie vor eines der wichtigsten innenpolitischen und gesellschaftlichen Themen.
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Das Projekt „KEIN SCHÖNER LAND. Rostock-Lichtenhagen: Tage der Gewalt“ geht insbesondere
auf folgende Themenkomplexe ein:
- Jugend und Rechtsextremismus
- Rassismus und Vorurteile
- Medienberichterstattung über die Rostocker Pogrome
- Ursachen und Wirkung rechtsextremistischer Gewalt
- Gewalt gegen Ausländer/Ausländerfeindlichkeit
- Darstellung rechtsextremistischer Themen und das Problem ihrer
Dramatisierung im Theater
Das Projekt „KEIN SCHÖNER LAND. Rostock-Lichtenhagen: Tage der Gewalt“ will nicht versuchen, das Thema einer streng wissenschaftlichen Aufarbeitung zu unterziehen, sondern sucht von seinem Modellcharakter her einen künstlerischen Weg der Vermittlung von politischen und historischen Stoffen zwischen Bühne und Zuschauer.
Im Vordergrund steht die Idee, eine „Täterpsychologie“ zu entwerfen, die nicht die Opfer rechtsextremistischer Gewalt vernachlässigt, sondern einen vielleicht etwas neuen und ungewöhnlichen Blick auf die Problematik wirft.
Vergangene Projekte haben uns gezeigt, wie viel versprechend und lohnend diese Herangehensweise für alle Beteiligten ist. „Rostock-Lichtenhagen“ ist hierbei ein Schlagwort, das eine nachdenkliche, aber leider authentische Stückvorlage bietet.
- Wir empfehlen folgende Begleitliteratur:
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SchlagZeilen. Rostock: Rassismus in den Medien. Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung. DISS Duisburg. Oktober 1992
- Hund: Rassismus. Die soziale Konstruktion natürlicher Ungleichheit. Verlag Westfälisches Dampfboot. Münster 1999
- Jäger: BrandSätze. Rassismus im Alltag. DISS. Duisburg.1992
- Jäger/Linke: Die vierte Gewalt. Rassismus und die Medien. DISS-Studien. Duisburg. 1993
Inszenierung
Nach der erfolgreichen Inszenierung des Stücks „Die weiße Rose - Der geheime Widerstand der Geschwister Scholl“ setzt das Neue Tendenz Theater seine Reihe der politischen Theaterstücke fort und greift mit KEIN SCHÖNER LAND ein aktuelles Thema auf, dass in der jüngsten Vergangenheit die Diskussion um Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit wie kein zweites entfacht hat.
Die Journalistin Julia Scholz will einen Artikel über die rechte Szene schreiben und nimmt dazu Kontakt zum jungen Neonazi Chris auf. Was zunächst nur nach einem normalen Interview aussieht, entwickelt sich zu einem beklemmenden Erlebnis der Pogrome von Rostock-Lichtenhagen.
„Kein schöner Land“ versucht sowohl einen Einblick in die Täterpsychologie eines rechtsradikalen Jugendlichen zu geben als auch Hintergründe, Fakten und das fremdenfeindliche Verhalten der Beifall klatschenden Bürger rund um die Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen im Sommer 1992 aufzuzeigen.
KEIN SCHÖNER LAND ist ein Stück über die Hintergründe der Beziehung von Medien, Rechtsextremismus und der Machtlosigkeit des Rechtsstaates angesichts einer zunehmenden Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen und in den Medien.
Das Theaterstück richtet sowohl an Erwachsene als auch Jugendliche ab 16 Jahren und wird sowohl als Abend- als auch als Schulveranstaltung angeboten.
Erlebnisse
Seit September 2000 ist die Produktion mit mehr als 200 Gastspielen auf bundesweiter Tournee. Wir erreichten hierbei mehr als 25.000 Zuschauer! Vielen Veranstaltern kam zugute, dass der Bund für das Jahr 2001 Gelder für Aktionen gegen Rechts zur Verfügung stellte. Somit konnten wir in vielen Schulen spielen, für die ohne öffentlichen Zuschuss ein Gastspiel nicht finanzierbar gewesen wäre. Das Stück richtet sich an Zuschauer ab der 10. Jahrgangsstufe, die Schulform ist dabei unerheblich. Sowohl Schüler und Lehrer als auch städtische und andere Veranstalter bescheinigen uns eine gelungene Theaterproduktion. Zum einen finden es viele wichtig, ein Theaterstück zu solche einem brisanten Thema wie dem Rechtsextremismus auf die Bühne zu bringen, zum anderen sind viele auch verblüfft, mit welch wenigen Mitteln der Zuschauer gebannt werden kann. Da wir nach fast jeder Vorstellung ein Publikumsgespräch anbieten, bekommen wir nicht nur ein Feedback über unser Stück, sondern auch einen guten Überblick über politische (oder nicht-politische) Ansichten der Schülerschaft. Viele Interessante Diskussionen sind hierbei entstanden, sehr viele Fragen und Ansichten kamen zum Thema Nationalstolz oder Gewalttätigkeiten zwischen ethnischen Gruppen in der Schule. Zahlreiche Schüler waren sich vor dem Besuch unserer Theaterproduktion nicht darüber bewusst, dass es diese Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen wirklich gegeben hat, so dass unser Stück auch auf diesem Sektor eine wichtige Funktion übernimmt. Was uns immer wieder lobend berichtet wird, ist unsere Umgangsweise mit dem Thema als Jugendstück: Viele empfinden es als angenehm, dass der moralische Zeigefinger nicht erhoben wird und dass unser Stück die Zuschauer zum Nachdenken anregt – nicht zuletzt durch unser etwas provokantes Ende, bei dem die Frage gestellt wird, was aus dem jugendlichen Neonazi Chris 10 Jahre später geworden ist. Hierbei wird auch der historische Charakter der Geschichte abgelegt und erhält einen aktuellen Aspekt.
Uns ist klar, dass wir mit unserem Stück einen rechtsdenkenden Jugendlichen nicht bekehren können. Aber diejenigen, die sich in ihren Ansichten unsicher sind oder die sich nicht trauen, den rechten Parolen etwas entgegenzusetzen, geben wir mit unserem Theaterstück eine wenig Hilfestellung. Immer wieder wird von den Schüler in der Diskussion erzählt, dass über das Thema in der Schule (insbesondere auch schulinterne Problematiken und Vorfälle) viel zu wenig diskutiert wird.
Viele Schulen bzw. Lehrer sind dankbar, dass es neben dem üblichen Lehrmaterial auch unsere dokumentarischen Theaterstücke gibt, um ein historisches oder gesellschaftliches Thema greifbar zu machen. Die meisten Lehrer nehmen auch unsere Empfehlung auf, das Stück vor- und nachzubereiten, da unsere Produktion nur ein Einstieg in eine sehr vielfältige Materie darstellen kann. Nicht zuletzt unsere Diskussionsrunden im Anschluss an die Vorstellung sind ein wichtiger Bestandteil unserer Theaterarbeit. Hier können die Schüler und Zuschauer nicht nur Fragen und Aspekte zum Thema stellen, sondern auch Theater hautnah erleben. Viele konnten ihre Hemmschwelle gegenüber dem Theater – dass meistens als trockene Materie in Form von Textinterpretation im Deutschunterricht verstanden wird – abbauen.
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Bühnentechnik
Spielfläche:
- ca. 6 Meter (Breite) x 5 Meter (Tiefe) - ein Bühnenaufgang von hinten
- Höhe 4 Meter, Portalbreite 6 Meter |
Licht und Ton:
- 8 dimmbare, getrennt ansteuerbare Versätze (Steckmöglichkeiten), sowie eine Lichtanlage mit Lichtpult.
- Stative und Scheinwerfer werden vom NTT mitgebracht
- eine Tonanlage mit Boxen aus dem Bühnenraum, ein CD- oder MD-Spieler
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Platzierung: Licht und Ton müssen bei guter Bühnensicht zusammenstehen und während
der Vorstellung von einem Techniker bedient werden können |
Theatersaal/Bestuhlung: Bestuhlung bzw. Zuschauer grundsätzlich so nah wie möglich an der Bühne.
Der Theatersaal und die Bühne müssen unbedingt abgedunkelt sein |
| Garderoben: Garderoben für zwei Schauspieler in Bühnennähe |
| Feuer: Kein offenes Feuer |
| Aufbauzeit nach Ankunft: ca. 2 Stunden |
| Einleuchten/Soundcheck: ca. eine Stunde nach Beginn des Aufbaus |
| Technische Hilfen Aufbau: Für die Aufbauzeit wird eine Hilfskraft benötigt, die bei der technischen Einweisung der Licht- und Tonanlage behilflich ist.
Die Vorstellung wird von einem Techniker des NTT gefahren. |
| Aufführungsdauer: ca. 65 Minuten ohne Pause |
| Catering: Über einen frischen Kaffee und Mineralwasser freut sich unser Ensemble jederzeit! |
| Gastspielorganisation und Kontakt: Claudia Brasse, Tel. 0221-3567377, Mobil 0173-2125100 |
Hinweis: Diese technischen Angaben sind Idealbedingungen. Sollten Sie über bestimmte Einrichtungen oder Technik nicht verfügen, können diese gegen geringen Aufpreis mitgebracht werden. Das Bühnenkonzept ist so angelegt, dass DU bist das Volk! auch auf etwas kleineren Bühnen gespielt werden kann. |
Besetzung
Julia Scholz: Claudia Brasse |
| Chris: Jens Spörckmann |
Inszenierung: Jürgen Eick |
| Ausstattung: Dagmar Hagen |
| Musik: Toshi Trebes |
| Textvorlage: Jürgen Eick |
Technik: Marc-André Lörks |
| Fotos: Raimonds Busch |
| Grafische Gestaltung: Dagmar Hagen |
Projektleitung TAS: Reinhard Mlotek |
| Bühnenrechte: Jürgen Eick und das NTT |
| Premiere: 23. Juni 2000 im Theater am Schlachthof, Neuss |
| © eine Produktion des Theater am Schlachthof Neuss. Gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Neuss, die Landeszentrale für politische Bildung sowie der Arbeitsstelle „Neonazismus“ der Fachhochschule Düsseldorf und die LAG Soziokultureller Zentren. |
Presse
Badische Zeitung 04.02.2002
“Erschrockenes Innehalten“
Die Präsentation ist ungemein druckvoll, nicht ein Durchhänger auf der Bühne. Das Zerschnippeln der Akte in knappe Einheiten, unterbrochen von Headbanger-Gitarrenriffs, O-Tönen aus Rostock und dem aufreizend verzerrt gespielten Gitarren-Solo schaffen Tempo und zugleich erschrockenes Innehalten. Schüler wie Lehrer zeigten sich nach der Vorstellung beeindruckt. teils gar erschüttert. Mehr kann Theater kaum leisten.
Westfalenpost 16.01.2001
"Starkes Stück"
Nicht nur die Täterpsychologie, auch die fremdenfeindliche Einstellung der Beifall klatschenden Bürger und die hemmungslose Sensationssucht eines bestimmten Teils der Medien standen im Mittelpunkt des Stücks, dass Jürgen Eick verfasst hat. Die Aufführung packte die Schülerinnen und Schüler; am Ende gab es viel Applaus.
Patriot 22.01.2001
"Die Journalistin und der Neonazi"
Beklemmend und eindringlich wurde hier mit einem Minimum an Bühnenbild und Requisiten, ohne moralisierendes Getue und erhobenen Zeigefinger, allein mit guten Dialogen und erstklassigen Spiel der beiden Akteure, das Drama einer ganzen Gesellschaft verdeutlicht.
Schwarzwälder Bote 30.01.2001
"Ohne moralischen Zeigefinger auskommen"
Soziale Hintergründe werden deutlich aus jenen Tagen der Gewalt im Rostocker Plattenbau-Vorort, die am dramatischen Höhepunkt mit einfachen theatralischen Mitteln eindringlich dargestellt werden.
Schwäbische Zeitung 30.01.2001
"Interview mit einem Neonazi"
Für die Acht- bis Zwölfklässler sind diese Ereignisse Geschichte, über die sie noch nicht in Geschichtsbüchern gelesen haben. Gerade deshalb ist das Stück bei den Schülern so gut angekommen. "Mir sind die Tränen gekommen", meinten ein paar Zwölftklässlerinnen, die zum ersten Mal etwas von Rostock-Lichtenhagen gehört haben.
Güstrower Anzeiger 09.05.2001
“Sprache und Kunst für mehr Vernunft“
Die Umsetzung des Themas, die Pogrome in Rostock-Lichtenhagen, ist sehr authentisch gelungen, was Olaf Bleek, Augenzeuge und Führer eines Polizeizuges während der Krawalle von 1992, bestätigte: „Das Theaterstück hat viele Hintergründe vermittelt. Schnell wurde man zurückgeführt in die Vergangenheit. Die Erinnerungen waren sofort wieder da.“
Neue Westfälische 17.11.2001
„Die Botschaft: Nicht wegschauen!“
Jens Spörckmann und Claudia Brasse (...) verarbeiten all diese Aspekte geradezu meisterhaft mit wenig Kulisse und eindringlichem und gutem Spiel.
Neuss-Grevenbroicher Zeitung 06/2000
"Zum Interview mit Neonazi"
Nach "Die weiße Rose" hat das Neue Tendenz Theater wieder ein politisches Thema aufgegriffen: "Kein schöner Land" von Jürgen Eick lässt in hochkonzentrierter Form die Tage der ausländerfeindlichen Gewalt in Rostock-Lichtenhagen lebendig werden. Fakten, Fakten, Fakten: Die Zuschauer werden während der einstündigen Aufführung mit Informationen und Sichtweisen überhäuft. Jürgen Eick hat bewusst eine Inszenierung gewählt, die wie folgt beschrieben werden könnte: So einfach wie möglich, so eindrücklich wie nötig.
Südkurier 19.09.2000
"Kein schöner Land nimmt einem die Sprache"
Claudia Brasse und Jens Spörckmann brachten die Brisanz des Themas exzellent rüber. Vor allem das Ende nahm doch so manchem Zuschauer die Sprache. Die Hintergründe des Rechtsradikalismus, die Ohnmacht des Staates und vor allem die Manipulierbarkeit durch Medien beleuchtet dieses Theaterstück in eindrucksvoller Weise.
St. Ingbert 25.09.2000
"Chris und seine heimlichen Komplizen"
Auf erschütternde Weise zeigt das Theaterstück die Gleichgültigkeit und, schlimmer noch, die Komplizenschaft der Gesellschaft. Den 350 Schülern hat es nicht nur wegen seiner Aktualität gut gefallen. Auch die schauspielerische Leistung hat sie überzeugt. Denn mit einfachsten Mitteln ist es Claudia Brasse als Journalistin Scholz und Jens Spörckmann als Chris gelungen, sowohl die Ereignisse von 1992 in all ihren Facetten lebendig werden zu lassen, als auch die Täterpsychologie überzeugend darzustellen.
Wochenspiegel St. Ingbert 05.10.2000
"Ein engagiertes Stück gegen Gewalt"
Eine unter die Haut gehende Vorstellung, die sich mit wenig Mitteln, viel Lautsprecherlärm, viel Aktion, viel Information und vielen Emotionen charakterisieren lässt. Sie verdeutlichte die Hintergründe der Beziehungen von Medien, Rechtsextremismus und der Machtlosigkeit des Rechtsstaates und provozierte bei den jugendlichen Zuschauern im BBZ Nachdenken.
Rheinische Post 07.11.2000
"Von der braunen Glatze zum Landtagskandidaten"
Parallelen zwischen Momenten des dokumentarischen Theaters und der bundesdeutschen Wirklichkeit sind unter der Regie von Jürgen Eick weder Zufälle noch unbeabsichtigt. Brasse und Spörckmann agieren lebendig zwischen den Zuschauern. Da füllt kein plattes Agitationstheater den Raum, keine billige Lösung den Kopf. Das deutliche Votum der Schüler: Kein schöner Land gehört in jede Schule.
Rhein-Sieg-Anzeiger 26.11.2000
"Eine Jugendsünde"
Kein Vorhang, keine liebevoll gestaltete Bühne, sondern eine Plastikplane, leere Bierkisten, ein weißer Klappstuhl und vier Scheinwerfer - das sind die Requisiten. Die Szenerie ist die Bühne wie auch der Zuschauerraum. Eigentlich hat man gar nicht den Eindruck im Theater zu sitzen, das Interview, bei dem die Journalistin immer mehr den sachlichen Stil verliert, könnte Realität sein.
Westdeutsche Allgemeine Zeitung 01.12.2000
"Die Tage der Gewalt von Rostock"
In beeindruckender Weise hat Jürgen Eick vom Neuen Tendenz Theater die Tage der Gewalt von Rostock-Lichtenhagen in einem Theaterstück komprimiert. In nicht weniger beeindruckender Weise präsentieren Claudia Brasse und Jens Spörckmann das Stück. Riesiger Applaus war der wohlverdiente Applaus der jungen Zuschauer.
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